Hurra, ich bin 80,5 Kilo los!

Seit meinem letzten Eintrag bin ich um 80.725 Gramm unnützen Körperballast leichter geworden. Und das fast ohne Diät! Wenn DAS kein Erfolg ist! 225 Gramm davon waren vom Winterspeck auf meinen Hüften – ich sehe schon viel schlanker aus! Der Rest war mein Freund. EX-Freund. Weg isser. Gott sei Dank.

Nicht dass es mir nichts ausgemacht hätte, ihm den Laufpass zu geben, ich habe mindestens zwei Stunden lang sehr darunter gelitten. Aber irgendwann ist ja mal genug mit den blöden Witzen über meine Knubbelknie und die winzigen Speckröllchen auf meinen Hüften. Die sind nämlich wirklich winzig. Klitzekleine, niedliche Speckröllchen. Es sind bloß relativ viele, so ungefähr dreißig Stück, glaub ich. Ich hab also praktisch nicht zu viel Speck, sondern zu viel Röllchen. Und relativ wenig Röllchenwitzhumor, wenn ich das mal nebenbei erwähnen darf.

Auslöser für den Laufpass, den ich diesem Spaßvogel gegeben habe, war sein letzter “toller Witz”: Ich hatte ihn gebeten, uns zum Mittagessen eine leckere Schweinelende zu besorgen, doch er kam mit einem ganz schrecklich fettdurchzogenen Teil nach Hause, woraufhin ich ihn erschüttert fragte: “Igitt, ist die fett, gab es keine andere?!”, worauf er hämisch grinsend erwiderte: “Das werd ich auch immer gefragt, wenn ich mit dir spazierengehe.” Ja, dies war der Moment, in dem mein sonniges Gemüt an seine Grenzen stieß …

Außerdem hatte der selber so zugenommen, und ich brauch einfach was Schlankes an meiner Seite, einen knackigen Adonis – so quasi als Antrieb für meine Diät-Motivation, einen, angesichts dessen göttlicher Figur ich mich jedes Mal zu Tode geniere, wenn ich nackelig vor ihm rumhüpfe. Oder wenn ich dieses tolle neue Kleid anhabe. Das hab ich mir zu Weihnachten gekauft, ein wahrer Traum von Kleid: Smaragdgrün, schweineteuer und sowas von granatenmäßig knackig! Momentan darf mich allerdings niemand umarmen, wenn ich das Teil anhabe, sonst flutsch ich oben raus wie ein Luftballon – pffff …

Na, jedenfalls war das die schnellste Fettverbrennungsaktion meines Lebens. Mit den 80,5 kg weniger fühle ich mich tatsächlich erheblich leichter. Ansonsten ist bei mir immer noch alles da, wo es vorher war – oder besser gesagt, da wo vorher was war, ist jetzt noch ein bisschen mehr. Denn über die kleinen Im-Sommer-muss-man-viel-Eis-essen-sonst-schwitzt-man-Speckpölsterchen hat sich noch eine wärmende Schicht Winterspeck gelegt, schließlich will ich ja bei dem Frost da draußen nicht erfrieren, und es gibt doch nichts Leckereres als einen knusprigen Schweineschulterbraten mit Klößen und Rahmsoße, wenn man durchgefroren vom Winterspaziergang ins Haus zurückkehrt …

Leider bekomm ich beim Spazierengehen im Winter immer sofort kalte Füße, deshalb habe ich die Winterspaziergänge auf das Frühjahr verschoben, aber den Schweinebraten hab ich trotzdem gegessen, das war die letzte Gelegenheit, denn ab Frühjahr gibt’s ja nur noch Salat.

Eigentlich mach ich sogar jetzt schon ziemlich konsequent eine Salat-Diät. Ich esse bloß vorsichtshalber immer noch ein Scheibchen Fleisch und ein paar Nudeln mit einem Kleckschen Soße dazu, damit die Umstellung nicht so schwer fällt und ich nicht womöglich rückfällig werde.

Ich will diesmal nämlich wirklich abnehmen! Es ist mir absolut ernst damit. Ich bin sogar schon seit September Mitglied im Fitnesscenter. Es ist wirklich toll da. Die ersten zwei Mal war ich mit meinem Ex-Freund dort, aber jetzt gehe ich immer alleine hin, und zwar konsequent drei Mal in der Woche. Wenn ich Zeit habe. Leider hatte ich seitdem keine Zeit, aber ich merke trotzdem, dass es mir gut tut!

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Glitschig ist auch mal ganz schön!

Du liebe Güte, wenn ich sehe, wann ich hier das letzte Mal was gebloggt habe, sollte ich mir vielleicht doch mal einen Zettel mit “Weib, blogge!” an den Badezimmerspiegel hängen – ist denn wirklich schon wieder bald Weihnachten?! Na, toll. Diesmal verkneif ich mir aber lieber die Marzipankartöffelchen, mir hängen noch die vom letzten Jahr auf den Hüften. Außerdem bekomm ich langsam immer mehr Cellulite an den Oberschenkeln.

Anfangs fand ich die paar Grübchen ja gar nicht schlimm, ich dachte, ich nehme die einfach als gottgegeben an. Cellulite kriegt jede Frau irgendwann mal … Sie sind ein Teil von mir … Ommmm … Was ist daran so schlimm! Sogar Jennifer Lopez hat welche. Ich hab den kleinen Cellulite-Grübchen anfangs sogar ganz liebevoll Namen von Filmstars gegeben. Das erste Grübchen hieß natürlich Jennifer. Dann kam Angelina, dann Charlize … Ich fand diese Vorgehensweise psychologisch sehr wertvoll. Gut gegen Komplexe. Bis mein Freund mir das “Buch der 1000 Vornamen” geschenkt hat. Seitdem hab ich wieder anonyme Grübchen.

Aber irgendwie wollte ich doch heute was ganz anderes erzählen. Ach ja, ich weiß wieder: Schönheits-Tipp. Ich will hier heute mal einen Schönheits-Tipp abliefern. Weil ich bei der Blogparade von texterella mitmache, da gibt es noch viel mehr davon.

Das ist dann so quasi mein Wiedereinstieg in die Blogger-Szene. Aber erst, wenn ich wieder aus dem Urlaub zurück bin. Ich fliege nämlich am Freitag nach Thailand. Aber das ist dann wieder eine andere Geschichte, erzähl ich euch, wenn ich wieder da bin.

Okay, los geht’s, hier kommt mein Schönheits-Tipp:

Irgendwie war dieses Jahr extremst stressig. Deshalb hab ich mir vorgenommen, künftig mehr für meine Entspannung zu tun. Baden zum Beispiel. Ich liebe es ja, stundenlang in der Wanne zu liegen und zu relaxen. Leider ist meine Haut dafür zu groß, die wird nicht nur dezent schrumpelig wie bei anderen Leuten, sondern ich seh aus wie ein Chinesischer Faltenhund. Nur nicht so niedlich.

Gott sei Dank hab ich mein Fenjal Ölbad. Damit krieg ich zwar auch schrumpelige Haut, aber die ist dann wenigstens schön weich und zart. Das Tolle an Fenjal ist der ganz besondere, elegante Duft, der das Badezimmer und, wenn man die Tür auflässt, das ganze Haus erfüllt, sobald das Badeöl sich mit dem warmen Wasser vermischt. Also, nichts wie raus aus den Klamotten und rein in das verführerische Blau! Das Wasser fühlt sich unglaublich glatt an und es bildet sich sofort ein zarter Ölfilm auf der Haut, von dem das Wasser abperlt.

Jetzt einfach nur noch zurücklehnen und die Augen schließen … den Duft genießen … spüren, wie die Haut geschmeidig und streichelweich wird … alle Sorgen und Probleme ganz weit wegschieben … abschalten … entspannen … relaxen … träumen …

Ha, ha. Schön wär’s. Ich hab mir nämlich von einem hyperaktiven Badewannen-Verkäufer eine von diesen überdimensionalen Eckbadewannen andrehen lassen, die zwar toll aussehen, aber nur für Leute mit zwei Meter fuffzig langen Beinen geeignet sind. MEINE badewannenliche Entspannung beschränkt sich also darauf, dass ich mich mit dem Hinterkopf gegen das eine und mit den ausgestreckten Fußzehen gegen das andere Ende der Wanne stemme, das Kinn auf die Brust drücke und wie ein Brett im Wasser liege.

Seit mein Freund neulich mal reinkam und bei meinem Anblick lauthals “Eine Insel mit drei Bergen” losträllerte, zieh ich auch noch den Bauch krampfhaft ein. Entspannung sieht definitiv anders aus.

Aber schön ist es irgendwie trotzdem. So warm und kuschelig und duftig … Erstaunlich, wie man trotz Brett-Lage und Schnappatmung relaxen kann. Neulich bin ich sogar mal eingenickt. Deshalb weiß ich auch, dass Fenjal zwar fantastisch duftet, aber nicht besonders gut schmeckt, vor allem nicht, wenn man es durch die Nase trinkt.

Leider hat der Duft von Fenjal auch einen Nachteil. Normalerweise verkrümelt sich mein Freund vor den Fernseher oder er verschwindet im Garten, weil er zu zweit baden eigentlich doof findet. “Normalerweise” sagte ich. Aber nicht, wenn ich das Gut-Riech-Fenjal nehme. Inzwischen schleiche ich mich in einem unbeobachteten Moment wie ein Dieb ins Obergeschoss und lasse so geräuschlos wie möglich das Wasser ein oder ich schmeiße mich mit einem Affenzahn in die Wanne, sobald der Mann mal für ‘ne Stunde auf den Fußballplatz geht, denn sobald der mein Fenjal im Bad erschnuppert, macht es einen Platscher – und er sitzt bei mir in der Wanne und strahlt mich erwartungsvoll an.

Hab ich schon erwähnt, dass Männer Fenjal einfach toll finden? Dummerweise aber nicht im Sinne von “entspannend”! Eher prickelnd und so. Erotisch, prickelnd – na, und ziemlich glitschig mit dem ganzen Öl auf der Haut. Ihr wisst schon, was ich meine.

Wenn frau sich also mit Fenjal in der Wanne ENTSPANNEN möchte, sollte sie lieber ein Rheumabad verwenden oder sich notfalls im Badezimmer verbarrikadieren, denn Fenjal riecht für Männernasen eindeutig zu erotisch … ;o)

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Welch eine Blamage …

Endlich. Es ist rum. Heilig Abend ist vorbei. Gott sei Dank. Ich bin völlig erledigt. Heute mache ich nichts als Couchsitting und Marzipankartöffelchen naschen. Ich liebe Marzipankartöffelchen. Die bauen mich auf, nicht nur hüftspeckmäßig, sondern auch geistig, seelisch und körperlich. Und das brauch ich jetzt. Denn gestern war Heilig Abend, und am Tag nach Heilig Abend bin ich immer platt wie Flunder.

Ehrlich, dieser Weihnachtsstress macht mich jedes Jahr total fertig! Bei mir fängt der ja schon Ende September an, denn ich hab eine große Familie, und für jeden soll ich ein besonders originelles und gleichzeitig auch noch persönliches Geschenk finden, das dazu natürlich auch noch irre preiswert sein, aber sauteuer aussehen soll. Besonders hilfreich sind dabei immer die tollen Anhaltspunkte, die mich zum Ziel bzw. zum richtigen Geschenk führen sollen: “Halt irgendwas für’s Haus” oder “Auf jeden Fall nichts Rotes, das mag sie nicht” oder, mein Favorit: “Was halt zu ihm passt, ich weiß doch auch nicht”.

Bis jetzt ist es mir tatsächlich auch immer gelungen, was wirklich Tolles zu finden, auch wenn ich dafür wochenlang jeden Tag durch sämtliche Läden im Umkreis von 80 Kilometern hetze und bei Ebay inzwischen jede noch so bekloppte Kategorie auswendig kenne. Dummerweise sind meine sämtlichen Familienmitglieder von meiner “Gabe” so begeistert, dass ich mittlerweile die Geschenke-Einkäuferin für die komplette Familie bin.

Angefangen hat das vor ein paar Jahren mit meiner Mutter: “Lucy, mein Liebes, hier hast du fünfzig Euro, besorg du doch bitte meine Geschenke für Opa und Oma und für Onkel Carlo, du hast doch immer so tolle Ideen!” Als nächstes kam mein Vater: “Kleines, besorg mir doch bitte was für die Mama, für die Oma und für deine Schwestern, du weißt doch, ich hab so gar keinen Blick für so’n Frauenkram!” Im Laufe der Jahre kamen dann noch meine Geschwister und ein paar Tanten und Onkel auf meine “Auftragsliste”, denn es ist ja sooo schwierig, für deren verwöhnte Gören was Schönes zu finden. Aber Lucy macht das schon. Und natürlich soll das alles streng geheim bleiben, denn schließlich soll ja keiner wissen, dass keiner seine Geschenk selber besorgt hat.

Toll. Ich renne mir also monatelang die Hacken ab, krieche an Heilig Abend zehn Minuten vor Kassenschluss auf allen Vieren im Kaufhaus zwischen schmuddeligen Regalen herum, um das blöde schweineteure Playmobil-Auto zu finden, das mir vor lauter Torschlusspanik beim Anschauen aus der Schachtel gerutscht ist – und durfte mir dann wie jedes Jahr auch gestern wieder bei der Bescherung anschauen, wie sich die komplette Verwandtschaft völlig entzückt in die Arme fiel und sich gegenseitig “Ach neiiiin, hast duuu dir wieder Mühe gegeben, wie schööön!” zuflötete, während ich mit knallroten Ohren immer tiefer im Sessel versank, weil mir plötzlich siedendheiß eingefallen war, dass die ganze Meute von MIR natürlich AUCH was geschenkt bekommen will! Wie peinlich! Katastrophe! Ich war so beschäftigt mit Fürandereleutegeschenkekaufen, dass ich in der ganzen Hektik meine eigenen Weihnachtseinkäufe total vergessen habe! Lucy Luciano, du bist sowas von dämlich. Ich hätte mich am liebsten unterm Teppich versteckt und habe gebetet, dass es bei der ganzen Beschenkerei vielleicht gar nicht auffällt, dass die liebe Lucy ja auch noch da ist. Pustekuchen. Schließlich gibt’s von mir ja immer so tolle Geschenke …

Als sich dann tatsächlich gefühlte 185 Augenpaare erwartungsvoll auf mich richteten, hab ich völlig verschämt irgendwas von “Korb mit den Geschenken zuhause vergessen” und “zu spät, das jetzt noch zu holen” gestammelt und die ganze Bagage für nächstes Wochenende zu einer verspäteten Nach-Bescherung zu mir nach Hause eingeladen. Woraufhin alle ganz begeistert in die Hände geklatscht haben: “Oh ja, toll, zwei Mal Weihnachten feiern! Nochmal Weihnachtsgans mit Klößen! Super Idee, Lucy, wir freuen uns!” ICH soll KOCHEN?! Sind die des Wahnsinns?! Ich bin froh, wenn ich unfallfrei eine Dose Ravioli aufbekomme!

Oh Gott, da hab ich mir was eingebrockt. Jetzt darf ich diese Woche nochmal loshetzen und gucken, dass ich ein paar originelle Geschenke besorge. Wobei ich die tollsten Ideen natürlich schon für die liebe Verwandtschaft verbraten habe. Und am Wochenende darf ich eine Gans braten. Ich weiß noch nicht mal, wo ich so ein Viech herbekomme, geschweige denn, wie man die macht. Aber egal, jetzt wird erstmal ausgeruht und Kräfte gesammelt. Marzipankartöffelchen sind ja noch reichlich da …

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Fröhliche Weihnachten!

Ihr Lieben,

ich wünsche euch allen von Herzen ein schönes Weihnachtsfest und viel Glück, Gesundheit und Erfolg (und einen Haufen Kohle, aber das darf man ja nicht laut sagen) im neuen Jahr!

Ihr wisst, ich bin ein ernsthafter Mensch, deshalb von mir ein paar besinnliche Worte zum bevorstehenden Heiligen Abend:

Schon lange stört mich der Konsumrausch, der den Weihnachtsfeiertagen vorausgeht, die Wunschzettel werden immer länger, die Ansprüche immer höher. Deshalb hab ich schon letztes Jahr an den Weihnachtsgeschenken ganz bewusst gespart und auch mal was Selbstgebasteltes geschenkt, ein persönliches Gedicht oder ein schön gerahmtes Foto von mir (vorsichtshalber mit Aufhänger hinten UND vorne, man kann es also auch mit dem Gesicht nach hinten an die Wand hängen, ich weiß ja nicht, ob mich alle leiden mögen).

Auf diese Weise habe ich fast 200 Euro gespart. Davon habe ich mir ein paar schicke Stiefel gekauft als Belohnung dafür, dass ich dem Weihnachtskonsumrausch getrotzt habe.

Aber auch meine eigenen Wünsche sind in diesem Jahr viel bescheidener als sonst. Mein Freund war ganz gerührt, als er meinen Wunschzettel las, denn dort gab es keine endlose Liste extravaganter Wünsche zu lesen, sondern nur einen einzigen Satz:

Ich wünsche mir von dir nur etwas ganz Kleines aus Plastik. Deine Kreditkarte.

Ja, ich glaube, es wird ein schönes Weihnachtsfest.

Selbst dass es seit zwei Tagen regnet wie aus Eimern, stört mich nicht, ganz im Gegenteil. Wenn es noch ein bisschen stärker regnet, gibt es Überschwemmung im Ortskern, und dann können wir am ersten Feiertag nicht zu seinen Eltern.

Ja, ich glaube, es wird ein schönes Weihnachtsfest.

Auf weiße Weihnachten dürfen wir hier ja leider wieder nicht hoffen, es sei denn, mein Freund rasiert sich zwei Tage lang nicht und stellt sich in den Garten, dann haben wir wenigstens ein bisschen was Weißes, wenn wir aus dem Fenster gucken.

Apropos rasieren: Himmel, wie kann man in dem Alter schon weißen Bartwuchs kriegen wie ein Weihnachtsmann? Neulich wollte ich ihm die Stoppeln wegepilieren, damit die irgendwann nicht mehr nachwachsen. Na, da war was los! Der Mann hat gebrüllt wie ein Stier und mir das Epiliergerät aus der Hand gerissen, als hätte ich ‘ne Pumpgun auf ihn gerichtet. Wenn der wüsste, wo bei mir das Teil überall zum Einsatz kommt, würde der vor Ehrfurcht erstarren. Männer sind ja so empfindlich! Oder wir Frauen sind alle Heldinnen, kann man sehen, wie man will.

Heute hab ich eine Weihnachtskarte von meiner Chefin bekommen, da steht drin, dass sie glaubt, dass es mit unserem Laden im nächsten Jahr mächtig rund gehen wird. Ja, das glaub ich auch, an meinen Hüften und am Bauch hat es sogar schon angefangen. Nächstes Jahr fang ich eine neue Diät an. Ich weiß zwar noch nicht welche, aber diesmal klappt es bestimmt mit dem Abnehmen.

So, jetzt muss ich duschen, Haare waschen, schminken, Fingernägel lackieren – halt das volle Programm. Und noch rasch was bügeln, mein ganzer Kleiderschrank liegt im Wäschekorb, irgendwie komm ich zu gar nichts mehr. Und ich will doch schön sein, wenn mein Freund heute Abend mit mir zum ersten Mal Weihnachten feiert! Vorsichtshalber zieh ich was mit Ausschnitt an, vielleicht bekomm ich ja von ihm irgendwelche Juwelen um den Hals gelegt, gestern hat er mich nämlich gefragt, was ich für ‘ne Kragenweite habe. Hach, ich bin ja so gespannt!

Fröhliche Weihnachten,

eure Lucy

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Meine Weihnachtsplätzchen sind die besten!

Eigentlich ist Backen ja gar nicht mein Ding, aber ich wollte zu Weihnachten meinen Vater überraschen, der isst so gerne Zimtsterne, also hab ich mich am vorletzten Samstag ans Werk gemacht. Leider hatte ich auf dem Weihnachtsmarkt schon ein paar Becher Glühwein gepitschert, deshalb war das erste Blech Kekse auch nicht gerade berauschend – die Dinger waren hart und bröckelig und ungenießbar. Also zweiter Versuch. Gott sei Dank hatte ich mal irgendwo gelesen, dass Weinbrand Kekse schön locker macht. Prima. Weinbrand hatte ich zwar keinen im Haus, aber dafür Bacardi – und Alkohol ist Alkohol, oder? Also her mit der Flasche. Erstmal wollte ich mich ein bisschen locker machen, ich war schon ganz verkrampft vom Keksteigkneten, also hab ich mir ein Schlückchen direkt aus der Flasche genehmigt. Hm, lecker.

Nach drei weiteren Schlückchen hab ich mich tatsächlich viel lockerer gefühlt. Jetzt also noch einen kleinen Schuss Bacardi in den Teig, und schon wären sie fertig, die feinen Keksis. Ich also den Mixer auf höchste Stufe geschaltet, nach der Flasche gegriffen – und ehe ich mich versah, landete die kopfüber in der Rührschüssel. Gluck, gluck, gluck. Bevor ich überhaupt reagieren konnte, war die halbe Flasche im Teigknetgeknatsche verschwunden, das sich sofort in eine schaumige Suppe verwandelte. Na, großartig! Und was macht die gute Hausfrau, wenn der Teig zu flüssig ist? Nach einem kleinen Schluck Bacardi fiel es mir wieder ein: Mehl reinkippen! Hab ich schon gesagt, dass ich nicht gut schätzen kann? Vielleicht hätte ich auch nicht das ganze Pfund auf einmal reinkippen sollen. Na, jedenfalls wurde aus der dünnen Plörre ratzfatz ein zäher Klops, der an den Knethaken hing wie alter Kaugummi unterm Tisch. Boah, ist Keksebacken anstrengend! Also hab ich mich erst einmal hingesetzt und gegen den ganzen Stress einen Schluck Bacardi getrunken, dann hab ich angestrengt nachgedacht, wie ich das Dilemma wieder in den Griff bekomme.

Schon nach wenigen Minuten und einem winzigen Schluck Bacardi kam mir die Erleuchtung: Teig zu dick bedeutet: Flüssigkeit muss ran. Ich glaub, ich hab ganz schön blöd geguckt, als mit einem leisen Gurgeln der letzte Rest Bacardi in die Rührschüssel triefte. Wie, schon alle?! Komisch, die Flasche war doch eben noch voll? Na, wenigstens war jetzt der Teig genau richtig, und meine Laune wurde auch immer besser. Jetzt noch rasch die Plätzchen mit der Sternform ausgestochen und dann ab in den Backofen damit. Aber irgendwie hatte der Teig ein geheimnisvolles Eigenleben. Sobald ich so einen Stern angehoben hab, um ihn aufs Backblech zu legen, verzogen sich die Sternendingsdas in allen Richtungen, und was auf dem Backblech landete, sah eher aus wie verkrüppelte Riesenkraken.

Trotzdem hab ich das alles plötzlich tierisch lustig gefunden und mich gackernd an der Tischkante festgehalten, aber dann wurde mir ein bisschen schwindelig oder es war Erdbeben, so genau weiß ich das nicht mehr, jedenfalls hat der Tisch gewackelt. Also hab ich mich vorsichtshalber auf den Boden vor den Backofen gesetzt und andächtig blinzelnd dabei zugeschaut, wie die Plätzchen langsam eine goldgelbe Farbe annahmen. Dabei fiel mir ein, dass ich den Zimt vergessen hatte. Ich überlegte gerade, wie ich diesen Fehler ausbügeln könnte, da muss ich wohl ein bisschen eingeduselt sein, denn als ich wieder mal andächtig blinzelte, waren die Plätzchen plötzlich nicht mehr goldgelb, sondern schokoladenbraun, und die ganze Küche stank nach verkokeltem Autoreifen. Hm. Dumm gelaufen, aber irgendwie war mir das nun auch egal, so ein bisschen Alkohol macht wirklich total locker, auch wenn man kein Plätzchenteig ist. Also hab ich ganz lässig den Backofen ausgeschaltet, die verkorksten Kraken-Kekse einfach auf den Tisch gekippt und bin in mein Bett gegangen.

Den Sonntag Vormittag hab ich dann damit verbracht, das teigverklebte Chaos in meiner Küche zu beseitigen. Und mir dabei geschworen: Nie wieder back ich Weihnachtsplätzchen! Blöderweise hatte ich meinem Vater aber ja nun selbstgebackene Plätzchen versprochen, und auf einen erneuten Versuch hatte ich nun weiß Gott keine Lust. Außerdem brummte mir mein Schädel ganz gewaltig, wahrscheinlich von dem ganzen Stress am Vorabend. Also hab ich mühsam die verkohlte Rückseite der Plätzchen abgeschabt, die viel zu dunklen Sterne unter einer Zimtglasur versteckt und bin losgezogen, um meinem Vater die ersten und letzten selbst gemachten Plätzchen meines Lebens zu überreichen. Und was soll ich euch sagen? Der war begeistert! Beim ersten Reinbeißen hat er zwar die Augen zusammengekniffen und was von “Gebiss gut versichert” gemurmelt. Aber dann ging ein Leuchten über sein Gesicht: “Donnerwetter, drei davon, und ich darf kein Auto mehr fahren, aber schmecken tun die fantastisch!”

Na, wer sagt’s denn! Nächstes Jahr lass ich vorher den Glühwein weg, dann werden meine Plätzchen bestimmt noch besser!

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Von wegen “Pummelfee” …

Das ist ja wohl die Krönung. Neuerdings nennt mein Freund mich “meine kleine Pummelfee”. “Pummelfee” steht bei mir auf der Liste der meistgehassten Kosenamen ungefähr auf Platz drei, gleich hinter “Pickelmaus” und “Nudelpups”. Aber er nennt mich völlig ungerührt weiter so und meint, das sei doch ein total süßer Name und ganz doll lieb gemeint. Klasse.

Ich gebe ja zu, dass ich ein paar Pfund zu viel habe. Oder, besser gesagt, ein paar Pfund zu viel auf jedem Körperteil, nur am Busen leider nicht, der sieht eher aus, als hätte ich busuelle Magersucht. Trotzdem muss er mich ja nicht ständig daran erinnern, vor allem nicht, wenn wir zusammen ins Fitnesscenter gehen und er quer durch den ganzen Saal posaunt: “Pummelfee, mach doch mal an diesem Gerät, das ist gut für die Fettverbrennung!” Da könnte ich ihm jedes Mal eine klatschen, aber er findet es furchtbar lustig – und gaaanz doll lieb gemeint. “Ich will dich doch nur anspornen!”, säuselt er dann immer und setzt seinen Du-kannst-mir-ja-doch-nicht-böse-sein-Dackelblick auf. Von wegen, ich kann! Aber obwohl ich ihn dann immer mit fünf Minuten eisigem Schweigen strafe (länger halte ich leider nicht aus, ich bin doch so ein Plappermaul …), nennt er mich immer und überall nur noch “Pummelfee”.

Dafür ärgere ich ihn gerne mit seinem zweiten Vornamen. Fridolin. Fridolin!!! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Er hasst diesen Namen. Und ich find ihn zum Wiehern komisch. Ich meine, wie kann man nur sein Kind Fridolin nennen! Ich nehme an, er sollte eigentlich ganz anders heißen, vielleicht Manfred oder sowas. Aber sein Vater hatte wahrscheinlich ordentlich einen gezwitschert, als er ihn beim Standesamt angemeldet hat und den Namen vergessen, und da hing ein Kanarienvogelkäfig mit einem Namensschild dran, und den hat er dann einfach genommen: Fridolin, der Kanarienvogel. Tiriliii.

Gott sei Dank ist Fridolin nur sein zweiter Vorname. Obwohl ‘Georg’ auch nicht viel besser ist, der Name ist zwar ganz nett, aber er passt überhaupt nicht zu ihm. Viel zu ernsthaft. Deshalb nenne ich ihn auch meistens Bullibär, das klingt total drollig und passt viel besser.

Jedenfalls viel besser als “Pummelfee”. Mensch, reg ich mich immer auf … Und überhaupt, wieso müssen eigentlich immer alle Männer auf meinen Hüften rumreiten? Also, verbal, meine ich jetzt. Selber schleppen sie eine Plauze vor sich her, als hätten sie eine Waschmaschinentrommel verschluckt, aber an mir piesaken alle rum. Aber am gemeinsten fand ich, als ich vorgestern in der Mittagspause mit einem Kollegen shoppen war. Ich sah mir im Kaufhaus gerade ein paar schicke Etuikleider an, als er ein paar Kleiderständer weiter plötzlich ein lilageblümtes Zeltkleid Größe 58 aufwärts in der Luft schwenkte und trompetete: “Lass doch die Schläuche hängen, da platzt du sowieso raus, schau mal, das hier passt dir bestimmt!” Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken. Na, herzlichen Dank auch, ab Montag wird Diät gemacht!!!

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So eine Frechheit!

Irgenwie hab ich Verliebtsein ganz anders in Erinnerung. Netter irgendwie. Wahrscheinlich liegt das daran, dass mein Freund so einen eigenartigen Humor hat. Um nicht zu sagen, einen derben Humor. Und immer geht’s auf meine Kosten. Manchmal ist das wirklich ziemlich frustrierend.

Nehmen wir nur mal die Sache mit meiner Figur. Ich weiß ja selber, dass ich nicht gerade Modelmaße habe. Ich bin ein bisschen zu klein, ein bisschen zu rund, meine Füße sind zu groß, mein Busen ist zu klein und meine Knie sind irgendwie knubbelig. Dafür hab ich schöne Augen, eine ganz niedliche Stupsnase und blendend weiße Zähne. Aber meint ihr, der sagt mal was über mein Gebiss? Fehlanzeige. Stattdessen reitet er ständig auf meinem Bauch rum. Also verbal, meine ich.

Gestern, zum Beispiel. Wir wollten abends ganz schick weggehen. ER war natürlich wie üblich viel zu früh da, um mich abzuholen. Als er rein kam, stand ICH noch völlig nackelig im Badezimmer vor dem Spiegel. Frisch geduscht, Haare gestylt, schick geschminkt, sündhaft teuer einparfumiert und – so fand ich wenigstens – sündhaft sexy. Echt, so toll hab ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Ich war die Göttin der Verführung. Sinnlichkeit pur. Warf ihm einen Blick zu, der die Polkappen zum Schmelzen gebracht hätte und gurrte mit meiner erotischsten Stimme: “Schau mal, ich hab schon mein Abendkleid an …”

Und was macht der Kerl? Guckt mich an, von oben bis unten, fixiert meinem Bauch, fängt an zu grinsen und meint: “Hm, findest du nicht, dass das ein bisschen aufträgt?”

Boah! Was ‘ne Frechheit!!!

Der Abend war natürlich gelaufen, und meine schöne neue Badezimmertür hat jetzt eine Beule, weil er sich so schnell geduckt hat, als die Bürste geflogen kam …

Verliebtsein kann ganz schön frustrierend sein!

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