Fröhliche Weihnachten!

Ihr Lieben,

ich wünsche euch allen von Herzen ein schönes Weihnachtsfest und viel Glück, Gesundheit und Erfolg (und einen Haufen Kohle, aber das darf man ja nicht laut sagen) im neuen Jahr!

Ihr wisst, ich bin ein ernsthafter Mensch, deshalb von mir ein paar besinnliche Worte zum bevorstehenden Heiligen Abend:

Schon lange stört mich der Konsumrausch, der den Weihnachtsfeiertagen vorausgeht, die Wunschzettel werden immer länger, die Ansprüche immer höher. Deshalb hab ich schon letztes Jahr an den Weihnachtsgeschenken ganz bewusst gespart und auch mal was Selbstgebasteltes geschenkt, ein persönliches Gedicht oder ein schön gerahmtes Foto von mir (vorsichtshalber mit Aufhänger hinten UND vorne, man kann es also auch mit dem Gesicht nach hinten an die Wand hängen, ich weiß ja nicht, ob mich alle leiden mögen).

Auf diese Weise habe ich fast 200 Euro gespart. Davon habe ich mir ein paar schicke Stiefel gekauft als Belohnung dafür, dass ich dem Weihnachtskonsumrausch getrotzt habe.

Aber auch meine eigenen Wünsche sind in diesem Jahr viel bescheidener als sonst. Mein Freund war ganz gerührt, als er meinen Wunschzettel las, denn dort gab es keine endlose Liste extravaganter Wünsche zu lesen, sondern nur einen einzigen Satz:

Ich wünsche mir von dir nur etwas ganz Kleines aus Plastik. Deine Kreditkarte.

Ja, ich glaube, es wird ein schönes Weihnachtsfest.

Selbst dass es seit zwei Tagen regnet wie aus Eimern, stört mich nicht, ganz im Gegenteil. Wenn es noch ein bisschen stärker regnet, gibt es Überschwemmung im Ortskern, und dann können wir am ersten Feiertag nicht zu seinen Eltern.

Ja, ich glaube, es wird ein schönes Weihnachtsfest.

Auf weiße Weihnachten dürfen wir hier ja leider wieder nicht hoffen, es sei denn, mein Freund rasiert sich zwei Tage lang nicht und stellt sich in den Garten, dann haben wir wenigstens ein bisschen was Weißes, wenn wir aus dem Fenster gucken.

Apropos rasieren: Himmel, wie kann man in dem Alter schon weißen Bartwuchs kriegen wie ein Weihnachtsmann? Neulich wollte ich ihm die Stoppeln wegepilieren, damit die irgendwann nicht mehr nachwachsen. Na, da war was los! Der Mann hat gebrüllt wie ein Stier und mir das Epiliergerät aus der Hand gerissen, als hätte ich ‘ne Pumpgun auf ihn gerichtet. Wenn der wüsste, wo bei mir das Teil überall zum Einsatz kommt, würde der vor Ehrfurcht erstarren. Männer sind ja so empfindlich! Oder wir Frauen sind alle Heldinnen, kann man sehen, wie man will.

Heute hab ich eine Weihnachtskarte von meiner Chefin bekommen, da steht drin, dass sie glaubt, dass es mit unserem Laden im nächsten Jahr mächtig rund gehen wird. Ja, das glaub ich auch, an meinen Hüften und am Bauch hat es sogar schon angefangen. Nächstes Jahr fang ich eine neue Diät an. Ich weiß zwar noch nicht welche, aber diesmal klappt es bestimmt mit dem Abnehmen.

So, jetzt muss ich duschen, Haare waschen, schminken, Fingernägel lackieren – halt das volle Programm. Und noch rasch was bügeln, mein ganzer Kleiderschrank liegt im Wäschekorb, irgendwie komm ich zu gar nichts mehr. Und ich will doch schön sein, wenn mein Freund heute Abend mit mir zum ersten Mal Weihnachten feiert! Vorsichtshalber zieh ich was mit Ausschnitt an, vielleicht bekomm ich ja von ihm irgendwelche Juwelen um den Hals gelegt, gestern hat er mich nämlich gefragt, was ich für ‘ne Kragenweite habe. Hach, ich bin ja so gespannt!

Fröhliche Weihnachten,

eure Lucy

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Meine Weihnachtsplätzchen sind die besten!

Eigentlich ist Backen ja gar nicht mein Ding, aber ich wollte zu Weihnachten meinen Vater überraschen, der isst so gerne Zimtsterne, also hab ich mich am vorletzten Samstag ans Werk gemacht. Leider hatte ich auf dem Weihnachtsmarkt schon ein paar Becher Glühwein gepitschert, deshalb war das erste Blech Kekse auch nicht gerade berauschend – die Dinger waren hart und bröckelig und ungenießbar. Also zweiter Versuch. Gott sei Dank hatte ich mal irgendwo gelesen, dass Weinbrand Kekse schön locker macht. Prima. Weinbrand hatte ich zwar keinen im Haus, aber dafür Bacardi – und Alkohol ist Alkohol, oder? Also her mit der Flasche. Erstmal wollte ich mich ein bisschen locker machen, ich war schon ganz verkrampft vom Keksteigkneten, also hab ich mir ein Schlückchen direkt aus der Flasche genehmigt. Hm, lecker.

Nach drei weiteren Schlückchen hab ich mich tatsächlich viel lockerer gefühlt. Jetzt also noch einen kleinen Schuss Bacardi in den Teig, und schon wären sie fertig, die feinen Keksis. Ich also den Mixer auf höchste Stufe geschaltet, nach der Flasche gegriffen – und ehe ich mich versah, landete die kopfüber in der Rührschüssel. Gluck, gluck, gluck. Bevor ich überhaupt reagieren konnte, war die halbe Flasche im Teigknetgeknatsche verschwunden, das sich sofort in eine schaumige Suppe verwandelte. Na, großartig! Und was macht die gute Hausfrau, wenn der Teig zu flüssig ist? Nach einem kleinen Schluck Bacardi fiel es mir wieder ein: Mehl reinkippen! Hab ich schon gesagt, dass ich nicht gut schätzen kann? Vielleicht hätte ich auch nicht das ganze Pfund auf einmal reinkippen sollen. Na, jedenfalls wurde aus der dünnen Plörre ratzfatz ein zäher Klops, der an den Knethaken hing wie alter Kaugummi unterm Tisch. Boah, ist Keksebacken anstrengend! Also hab ich mich erst einmal hingesetzt und gegen den ganzen Stress einen Schluck Bacardi getrunken, dann hab ich angestrengt nachgedacht, wie ich das Dilemma wieder in den Griff bekomme.

Schon nach wenigen Minuten und einem winzigen Schluck Bacardi kam mir die Erleuchtung: Teig zu dick bedeutet: Flüssigkeit muss ran. Ich glaub, ich hab ganz schön blöd geguckt, als mit einem leisen Gurgeln der letzte Rest Bacardi in die Rührschüssel triefte. Wie, schon alle?! Komisch, die Flasche war doch eben noch voll? Na, wenigstens war jetzt der Teig genau richtig, und meine Laune wurde auch immer besser. Jetzt noch rasch die Plätzchen mit der Sternform ausgestochen und dann ab in den Backofen damit. Aber irgendwie hatte der Teig ein geheimnisvolles Eigenleben. Sobald ich so einen Stern angehoben hab, um ihn aufs Backblech zu legen, verzogen sich die Sternendingsdas in allen Richtungen, und was auf dem Backblech landete, sah eher aus wie verkrüppelte Riesenkraken.

Trotzdem hab ich das alles plötzlich tierisch lustig gefunden und mich gackernd an der Tischkante festgehalten, aber dann wurde mir ein bisschen schwindelig oder es war Erdbeben, so genau weiß ich das nicht mehr, jedenfalls hat der Tisch gewackelt. Also hab ich mich vorsichtshalber auf den Boden vor den Backofen gesetzt und andächtig blinzelnd dabei zugeschaut, wie die Plätzchen langsam eine goldgelbe Farbe annahmen. Dabei fiel mir ein, dass ich den Zimt vergessen hatte. Ich überlegte gerade, wie ich diesen Fehler ausbügeln könnte, da muss ich wohl ein bisschen eingeduselt sein, denn als ich wieder mal andächtig blinzelte, waren die Plätzchen plötzlich nicht mehr goldgelb, sondern schokoladenbraun, und die ganze Küche stank nach verkokeltem Autoreifen. Hm. Dumm gelaufen, aber irgendwie war mir das nun auch egal, so ein bisschen Alkohol macht wirklich total locker, auch wenn man kein Plätzchenteig ist. Also hab ich ganz lässig den Backofen ausgeschaltet, die verkorksten Kraken-Kekse einfach auf den Tisch gekippt und bin in mein Bett gegangen.

Den Sonntag Vormittag hab ich dann damit verbracht, das teigverklebte Chaos in meiner Küche zu beseitigen. Und mir dabei geschworen: Nie wieder back ich Weihnachtsplätzchen! Blöderweise hatte ich meinem Vater aber ja nun selbstgebackene Plätzchen versprochen, und auf einen erneuten Versuch hatte ich nun weiß Gott keine Lust. Außerdem brummte mir mein Schädel ganz gewaltig, wahrscheinlich von dem ganzen Stress am Vorabend. Also hab ich mühsam die verkohlte Rückseite der Plätzchen abgeschabt, die viel zu dunklen Sterne unter einer Zimtglasur versteckt und bin losgezogen, um meinem Vater die ersten und letzten selbst gemachten Plätzchen meines Lebens zu überreichen. Und was soll ich euch sagen? Der war begeistert! Beim ersten Reinbeißen hat er zwar die Augen zusammengekniffen und was von “Gebiss gut versichert” gemurmelt. Aber dann ging ein Leuchten über sein Gesicht: “Donnerwetter, drei davon, und ich darf kein Auto mehr fahren, aber schmecken tun die fantastisch!”

Na, wer sagt’s denn! Nächstes Jahr lass ich vorher den Glühwein weg, dann werden meine Plätzchen bestimmt noch besser!

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Von wegen “Pummelfee” …

Das ist ja wohl die Krönung. Neuerdings nennt mein Freund mich “meine kleine Pummelfee”. “Pummelfee” steht bei mir auf der Liste der meistgehassten Kosenamen ungefähr auf Platz drei, gleich hinter “Pickelmaus” und “Nudelpups”. Aber er nennt mich völlig ungerührt weiter so und meint, das sei doch ein total süßer Name und ganz doll lieb gemeint. Klasse.

Ich gebe ja zu, dass ich ein paar Pfund zu viel habe. Oder, besser gesagt, ein paar Pfund zu viel auf jedem Körperteil, nur am Busen leider nicht, der sieht eher aus, als hätte ich busuelle Magersucht. Trotzdem muss er mich ja nicht ständig daran erinnern, vor allem nicht, wenn wir zusammen ins Fitnesscenter gehen und er quer durch den ganzen Saal posaunt: “Pummelfee, mach doch mal an diesem Gerät, das ist gut für die Fettverbrennung!” Da könnte ich ihm jedes Mal eine klatschen, aber er findet es furchtbar lustig – und gaaanz doll lieb gemeint. “Ich will dich doch nur anspornen!”, säuselt er dann immer und setzt seinen Du-kannst-mir-ja-doch-nicht-böse-sein-Dackelblick auf. Von wegen, ich kann! Aber obwohl ich ihn dann immer mit fünf Minuten eisigem Schweigen strafe (länger halte ich leider nicht aus, ich bin doch so ein Plappermaul …), nennt er mich immer und überall nur noch “Pummelfee”.

Dafür ärgere ich ihn gerne mit seinem zweiten Vornamen. Fridolin. Fridolin!!! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Er hasst diesen Namen. Und ich find ihn zum Wiehern komisch. Ich meine, wie kann man nur sein Kind Fridolin nennen! Ich nehme an, er sollte eigentlich ganz anders heißen, vielleicht Manfred oder sowas. Aber sein Vater hatte wahrscheinlich ordentlich einen gezwitschert, als er ihn beim Standesamt angemeldet hat und den Namen vergessen, und da hing ein Kanarienvogelkäfig mit einem Namensschild dran, und den hat er dann einfach genommen: Fridolin, der Kanarienvogel. Tiriliii.

Gott sei Dank ist Fridolin nur sein zweiter Vorname. Obwohl ‘Georg’ auch nicht viel besser ist, der Name ist zwar ganz nett, aber er passt überhaupt nicht zu ihm. Viel zu ernsthaft. Deshalb nenne ich ihn auch meistens Bullibär, das klingt total drollig und passt viel besser.

Jedenfalls viel besser als “Pummelfee”. Mensch, reg ich mich immer auf … Und überhaupt, wieso müssen eigentlich immer alle Männer auf meinen Hüften rumreiten? Also, verbal, meine ich jetzt. Selber schleppen sie eine Plauze vor sich her, als hätten sie eine Waschmaschinentrommel verschluckt, aber an mir piesaken alle rum. Aber am gemeinsten fand ich, als ich vorgestern in der Mittagspause mit einem Kollegen shoppen war. Ich sah mir im Kaufhaus gerade ein paar schicke Etuikleider an, als er ein paar Kleiderständer weiter plötzlich ein lilageblümtes Zeltkleid Größe 58 aufwärts in der Luft schwenkte und trompetete: “Lass doch die Schläuche hängen, da platzt du sowieso raus, schau mal, das hier passt dir bestimmt!” Ich wäre am liebsten im Erdboden versunken. Na, herzlichen Dank auch, ab Montag wird Diät gemacht!!!

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So eine Frechheit!

Irgenwie hab ich Verliebtsein ganz anders in Erinnerung. Netter irgendwie. Wahrscheinlich liegt das daran, dass mein Freund so einen eigenartigen Humor hat. Um nicht zu sagen, einen derben Humor. Und immer geht’s auf meine Kosten. Manchmal ist das wirklich ziemlich frustrierend.

Nehmen wir nur mal die Sache mit meiner Figur. Ich weiß ja selber, dass ich nicht gerade Modelmaße habe. Ich bin ein bisschen zu klein, ein bisschen zu rund, meine Füße sind zu groß, mein Busen ist zu klein und meine Knie sind irgendwie knubbelig. Dafür hab ich schöne Augen, eine ganz niedliche Stupsnase und blendend weiße Zähne. Aber meint ihr, der sagt mal was über mein Gebiss? Fehlanzeige. Stattdessen reitet er ständig auf meinem Bauch rum. Also verbal, meine ich.

Gestern, zum Beispiel. Wir wollten abends ganz schick weggehen. ER war natürlich wie üblich viel zu früh da, um mich abzuholen. Als er rein kam, stand ICH noch völlig nackelig im Badezimmer vor dem Spiegel. Frisch geduscht, Haare gestylt, schick geschminkt, sündhaft teuer einparfumiert und – so fand ich wenigstens – sündhaft sexy. Echt, so toll hab ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Ich war die Göttin der Verführung. Sinnlichkeit pur. Warf ihm einen Blick zu, der die Polkappen zum Schmelzen gebracht hätte und gurrte mit meiner erotischsten Stimme: “Schau mal, ich hab schon mein Abendkleid an …”

Und was macht der Kerl? Guckt mich an, von oben bis unten, fixiert meinem Bauch, fängt an zu grinsen und meint: “Hm, findest du nicht, dass das ein bisschen aufträgt?”

Boah! Was ‘ne Frechheit!!!

Der Abend war natürlich gelaufen, und meine schöne neue Badezimmertür hat jetzt eine Beule, weil er sich so schnell geduckt hat, als die Bürste geflogen kam …

Verliebtsein kann ganz schön frustrierend sein!

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Hurra, ich bin verliebt! (Ja, ja, schon wieder …)

Du liebe Güte, hab ich schon lange nicht mehr geschrieben! Entschuldigung, aber das liegt daran, dass ich im Winter immer in schwere Winterdepressionen verfalle. Schrecklich. Wenn draußen alles so düster und nass und bäh ist, bekomme ich einfach den Hintern nicht hoch, da werde ich total unkreativ, verkrieche mich am liebsten mit meiner schweinchenrosa Kuscheldecke auf die Couch und gucke Talkshows …

Hach ja, ich liebe Talkshows! Wenn ich all die durchgeknallten Gäste sehe, komm ich mir immer so herrlich normal vor, obwohl die meisten Leute sagen, dass ich selber einen an der Klatsche habe. Aber das stimmt gar nicht. Ich bin nur individuell. SEHR individuell. Und manchmal ein bisschen schusselig. Letzte Woche zum Beispiel hab ich mir eine Pizza gemacht und die aber nur zur Hälfte aufgegessen, weil die schrecklich salzig war. Na ja, und irgendwie muss ich in Gedanken gewesen sein, denn ich hab den Teller in den Abfalleimer geworfen und die Pizzahälfte in den Geschirrspüler gestellt. Wirklich. Ihr hättet mal den Gesichtsausdruck von Georg sehen sollen. Das war ja so peinlich!

Ach so, Georg! Den kennt ihr ja noch gar nicht! Himmel, das hab ich ja noch gar nicht erzählt!!! Das war ja der zweite Grund, warum ich so lange nicht mehr geschrieben hab! Tatatataaaaa – Ich hab einen Freund! Einen richtigen Freund! Der heißt Georg, ist Polizist, hat einen kleinen Bierbauch, einen pieksigen Schnauzbart, ist eine Mischung aus superlieb und rotzfrech, und ich bin total verknallt in ihn. Eigentlich wollte ich ja ‘nen Mann mit Waschbrettbauch, aber sein Waschbrett hat halt einen dicken Schonbezug drauf, das ist ja auch ganz kuschelig.

Kennengelernt haben wir uns bei McDonalds, da stand ich vorne an der Theke und überlegte verzweifelt, welches von den viertausendfünfhundertsiebenundachtzig Menüs ich nehmen soll, die die da anbieten, während der Service-Heini ungeduldig mit den Augen rollte und die Schlange hinter mir immer länger wurde. Dann, als ich mich fast beinahe schon entschieden hätte, tippte mir jemand von hinten auf die Schulter. “Darf ich dir was empfehlen?” Wow, was für ein hübscher Kerl. Und so niedliche rehbraune Augen! Und in Uniform! Juchhu, ich liebe Männer in Uniform!!! Und duzen tut er mich auch gleich! Der ist ja locker drauf! Das ist eindeutig ein potenzieller Kandidat für Mr. Right! “Ja, gerne!” strahlte ich ihn erwartungsvoll an. “Dann empfehle ich dir, dass du dich noch mal hinten anstellst, damit wir auch mal drankommen, ich hab nämlich Hunger.” Boah. Frechheit!

Vor lauter Schreck hab ich mir einen pupstrockenen Chicken-Burger bestellt, obwohl ich den gar nicht mag und mich beleidigt in eine Ecke gesetzt. Und wer kam kurz darauf reumütig angedackelt und machte auf schön Wetter? Der Sheriff. Mr. Rehauge. Aaaah, tat das gut. Am liebsten hätte ich ihm den Stiefel ins Genick gestellt und “Hinweg, du Unwürdiger!” gebrüllt. Stattdessen hab ich nur ein blödgrinsiges “Macht doch nix, setz dich doch!” rausgebracht. Jaaa, ich gebe zu, da hat’s schon ganz schön gekribbelt in meinem Bauch. Sorry, ich steh nun mal auf Uniformen!

Na, jedenfalls haben wir uns bestimmt eine Stunde lang prächtig unterhalten und uns für den nächsten Tag zu einem Glas Wein verabredet, und für den übernächsten Tag auch und den überübernächsten … Und jetzt bin ich verliebt wie ein Schulmädchen und toootal glücklich. Jippijaheee, ich habe endlich einen Freund!!!

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Happy New Year!

Das ist ja wirklich unglaublich, das Jahr ist schon wieder rum! Eigentlich müsste ich mich ja jetzt hinsetzen und haufenweise gute Vorsätze für das neue Jahr aufschreiben, aber dummerweise ist das bei mir so eine Sache mit den guten Vorsätzen, ich kau nämlich noch an denen vom letzten Jahr rum, denn ehrlich gesagt hab ich nicht einen davon umgesetzt. Ich rauche immer noch, meine Hosen kneifen immer noch überall und mein Keller sieht immer noch aus als hätte da eine Granate eingeschlagen und zu den zwölf Kartons mit Leergut, die ich schon seit einem Jahr gleich morgen wegbringen will, sind mindestens noch mal acht dazugekommen. Ha, und von meinem wichtigsten guten Vorsatz, endlich den Mann fürs Leben zu finden, mal ganz abgesehen – na, da waren vielleicht ein paar Schluppen dabei, danke schön.

Zu gut Deutsch: Ich habe mit meinen guten Vorsätzen jämmerlich versagt und brauch mir eigentlich gar keine neuen vornehmen. Mach ich aber trotzdem. Wenn schon inkonsequent, dann richtig. Also nehme ich mir folgendes vor:

Meine guten Vorsätze für 2008:

Vorsatz Nummer 1:

Ich werde aufhören zu rauchen. Endgültig. Wird auch höchste Zeit. Neulich hab ich mit meiner Mutter telefoniert, da meinte sie plötzlich ganz irritiert, ich solle doch mal den Teekessel vom Herd nehmen. Ich hab aber gar keinen Teekessel, das waren meine Lungen, die bei jedem Einatmen ein pfeifendes “Hiiiiiiii” von sich gaben, weil ich auf der Party am Abend vorher ein bisschen dolle über die Stränge geschlagen habe. Echt peinlich.

Vorsatz Nummer 2:

Ich werde endlich abnehmen, denn mittlerweilen sehen meine Oberschenkel aus, als hätte ich mir ein paar Satteltaschen umgeschnallt und meine Lieblingsjeans bringe ich gerade noch bis zu den Knien rauf. Gleich heute abend auf der Silvesterfeier werde ich mit dem Abnehmen anfangen und am Buffet nur von den Salaten nehmen. Aber natürlich erst nach Mitternacht, vorher darf ich ja noch, oder?

Vorsatz Nummer 3:

Gleich in der ersten Neujahrswoche werde ich endlich mein Leergut zurückbringen. Ich schäme mich zwar jetzt schon zu Tode, wenn ich bloß dran denke, da mit 20 Kartons anzudackeln, aber mal gucken, vielleicht zieh ich mein Business-Kostüm an und murmele ganz wichtig was von “gelungene Veranstaltung” vor mich hin, muss ja keiner wissen, dass ich fast zwei Jahre lang immerzu vergessen habe, beim Einkaufen die leeren Flaschen gleich wieder mitzunehmen …

Vorsatz Nummer 4:

Ich werde nie, nie wieder zu faul sein, meine Katzen regelmäßig zu bürsten, denn mein Kater Gizmo hatte neulich so viele Butzen im Fell, dass ich ihn fast kahlscheren musste, und nun sieht das sündhaft teure Rasseviech aus wie eine Kanalratte mit Schwellkopf und Plüschpantoffeln.

Und der allerwichtigste Vorsatz Nummer 5:

Nächstes Jahr schaffe ich es, ich finde den Mann für’s Leben, denn diesmal werde ich nicht warten, bis Mr. Right zufällig vorbeikommt, sondern ich werde gezielt suchen, ihr werdet schon sehen!

Na, und außerdem hab ich mir ganz fest vorgenommen, meinen Blog hier wieder regelmäßig zu beschreiben, den hab ich ja auch total vernachlässigt, was daran liegt, dass mein Leben die letzten zwei Monate sowas von öde und langweilig war, dass ihr bloß das Gähnen bekommen hättet – es ist wirklich nichts, aber auch gar nichts Aufregendes passiert!

Aber jetzt fängt ein neues Jahr an, und mit dem neuen Jahr ein neues Leben, ich werde schlank und total fleißig und finde den Mann für’s Leben, jawoll, ich freu mich schon so drauf!

So, und jetzt schmeiß ich mich in Schale, vielleicht wartet ja schon auf der Silvesterparty heute abend Mr. Right auf mich!

Ich wünsch euch allen einen guten Rutsch und HAPPY NEW YEAR!

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Hängepo-Depressionen

Na, der Tag fängt ja mal wieder gut an. Heute ist mein letzter Urlaubstag, ich hab noch mal richtig lecker ausgeschlafen, schlurfe gerade so ganz gemütlich in Jogginganzug und Plüschschlappen in die Küche, um mir einen Kaffee zu kochen, schlage fröhlich die Tageszeitung auf – und was les ich da? Den Witz des Tages. Har, har, ist der komisch. Gucken Sie mal:

Steht eine Frau nackt vor dem Kleiderschrank und jammert: “Ich hab nix anzuziehen”.

Sagt ihr Mann: “Dann bügel doch das, was du gerade anhast.”

Ist der böse!!! Und ganz bestimmt nicht das, was ich lesen will, wenn ich gerade vorhin erst beim morgendlichen Bodycheck den sicheren Beweis dafür entdeckt habe, dass mein einstmals knackiger Hintern plötzlich hängt: Einen weißen Strich unterm sonnengebräunten Po! Da war noch nie ein weißer Strich, und jetzt ist da einer. Hammer. Welch eine Schmach. Ich hab jetzt erst mal Selbstbräuner draufgeschmiert, obwohl ich nicht wirklich damit rechne, dass mir demnächst jemand unter den Po schaut, aber man weiß ja nie so genau, und außerdem belastet mich der Gedanke, dass ich weiße Hier-hängt-was-Striche auf der Haut habe, doch ganz erheblich.

Und dann so ein Witz in der Zeitung. Na wartet, denen schreib ich einen Leserbrief!

Das Single-Leben macht mir übrigens richtig Spaß. Die letzten zwei Wochen war ich alleine im Urlaub in Kroatien. Herrliches Wetter, Sonne, Meer und Strand, lange Spaziergänge, stundenlang lesen, leckeres Essen, relaxen pur – toll. Und jede Menge Singles unterwegs, die sich wie ich in der Nachsaison dem Lärm kreischender Kinder und zeternder Mütter entziehen wollen. Hat allerdings nicht ganz geklappt, weil ich mit der Buchung ein bisschen spät dran war und irgendwo schon wieder Herbstferien waren. Das Ende vom Lied war, dass ich mir jeden Morgen am Frühstückstisch nebenan das Gekreische eines Vierjährigen anhören musste: “Ich will abba Nutellaaaaa!” Gab’s aber nicht. Dafür gab’s Fische im Wasser. VIELE Fische. Weshalb ich am Strand alle drei Minuten von einem schrillen “Guck mal, Mama, Fischääää!” aus der Urlaubsruhe gerissen wurde. Ich sag’s euch, mein mir angeborener urweiblicher Kinderwunsch hat sich in diesen zwei Wochen wirklich mächtig reduziert.

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, Singles. Also, Singles gab’s da wirklich. Mit zweien habe ich sogar ein bisschen geflirtet, aber der eine hat geredet wie ein Wasserfall (wann soll ich denn da zu Wort kommen, ich quassel doch selber so gerne!) und der andere hatte einen Händedruck wie ein toter Fisch und ein Temperament wie eine Schlaftablette. Auch nicht so das Wahre für einen prickelnden Urlaubsflirt. Aber da ich ja nach der letzten Schlappe mit Schlubbschlubbschlubb-Toni sowieso beschlossen habe, für immer Single zu bleiben, war mir das auch ganz Recht. Und mit dem Hängehintern bekomme ich wahrscheinlich sowieso keinen Mann mehr ab. Hach, ist das deprimierend.

Ach, egal, nun werde ich mich auf jeden Fall mit einem Buch, einer Tasse Tee und einer Riesenpackung Kekse auf die Couch verkrümeln und meinen letzten Urlaubstag genießen, denn ab morgen heißt es wieder, den ganzen Tag im Laden stehen und Frau Wachtels üble Launen ertragen – igitt!!!

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Schlubbschlubbschlubb …

Auweia, das war ja wohl nix. Sicher habt ihr euch schon gewundert, warum ich so lange nichts geschrieben habe, aber den Schock musste ich erst einmal verdauen. Dabei fing der Abend so vielversprechend an. Im Theater hat Toni mit mir Händchen gehalten, es war total romantisch, auch wenn er ein bisschen schwitzige Hände hatte, aber das darf man am Anfang ruhig haben, ich war ja auch irre nervös. Hinterher beim Italiener war es auch so richtig romantisch. Ich hab es sogar tatsächlich geschafft, nichts umzuwerfen und mir ist keine Tortellini in den Ausschnitt geplumpst (ja, ist mir mal passiert – Gott, war das peinlich!). Und wir haben uns sehr gut unterhalten und uns dabei so tief in die Augen geschaut, dass mir immer wuschiger zumute wurde…

Nur ein einziges Mal wurde ich ein kleines bisschen in meiner verliebten Euphorie ernüchtert, das war, als Toni mir sagte, dass er eigentlich Anton heißt. Puh. Anton. Irgendwie gerate ich immer an Männer mit schrecklichen Vornamen. Aber egal, ich war so verliebt, dass nicht mal das mich störte.

Als wir aus dem Lokal raus sind, war ich jedenfalls so weit, dass ich ihn unbedingt küssen wollte. Jetzt und auf der Stelle. Ich musste nur noch einen günstigen Zeitpunkt abwarten, und der kam schneller als ich gehofft hatte, es fing nämlich wie aus Eimern an zu regnen und wir flüchteten uns in einen Hauseingang.

Und da standen wir nun … und das Knistern zwischen uns war nicht mehr zu überhören … unsere Gesichter näherten sich einander … er öffnete seine Lippen ganz leicht … und dann öffnete er seine Lippen noch ein bisschen mehr … und noch mehr … Huch! Ich dachte noch voller Schrecken, der will mich beißen, da hatte er auch schon angedockt und dabei mein halbes Kinn mit verschlungen. Und dann ging’s nur noch schlubbschlubbschlubb – wuäääh, was ist DAS denn, der Mann küsst wie eine Waschmaschine im Schleudergang und sabbert dabei wie ein Bernhardiner! Igitt!!!

Ich kann euch sagen, das war gar nicht so leicht, aus der Nummer wieder rauszukommen. Ich hab dann irgendwas gestammelt von Essen nicht vertragen und schnell nach Hause müssen und sowas und habe mich blindlings ins nächste Taxi geworfen, das vorbeikam. Toni hat ziemlich bedattert geguckt, aber das war mir in dem Moment wirklich egal.

Ach Mensch, wie schade, dabei war der doch eigentlich wirklich nett. Aber was nützt mir die ganze Nettigkeit, wenn ich beim Küssen jedesmal das Gefühl habe, als wäre ich mit dem Gesicht in eine Autowaschanlage geraten? Nein, dann lieber weiterhin Single!!!

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Hurra, ich bin endlich wieder verliebt!

Also, bis jetzt hab ich ja bei der Partnersuche wirklich immer Pech gehabt. Mal war’s ein Langweiler wie Volker, dann ein Fingernägelknabberer wie Horst, Michael war zwar ein ganz Netter, hatte aber trotz täglichem Duschen solche Schweißfüße, dass ich ihm beim Sex am liebsten Plastiktüten über die Käsestinker gestülpt hätte und Peter hat so viel gequasselt, dass ich schon eine Woche nach unserem hoffnungsvollen Kennenlernen panikartig die Flucht ergriffen habe, weil ich noch nicht einmal zu Wort gekommen war und meine Ohren schon zu welken anfingen.

In letzter Zeit bekam ich wirklich schon das Gefühl, dass ich nie einen gescheiten Mann abbekomme, weil ich zu all meinem Pech auch noch einen schlechten Charakter habe, ich gucke nämlich ganz arg auf das Äußere. Ich weiß, das macht man nicht, wirklich wichtig sind ja eigentlich nur die inneren Werte, aber was hab ich denn davon, wenn ich einen Mann mit einer schönen Seele habe, der aber außen so grausig aussieht, dass ich ihn am liebsten wenden lassen würde? So ganz hab ich das noch nie kapiert. Ich meine, ein bisschen was Schönes zum Gucken muss doch auch dabei sein, schließlich essen die Augen ja mit, oder?

Aber jetzt, jetzt hab ich einen kennen gelernt, Toni heißt er, und er ist ja so süß und so gescheit und so nett – hach, ich bin ja so verliebt! Leider scheint er ein kleines bisschen schüchtern zu sein, jedenfalls haben wir uns jetzt schon fünf Mal getroffen und außer dass er mir ein Mal lächelnd die Hand getätschelt hat, als ich beim Italiener vor lauter Nervosität die Rotweinkaraffe umgesemmelt habe, ist noch nichts zwischen uns passiert. aber heute abend schnapp ich ihn mir, das hab ich mir ganz fest vorgenommen, heute wird geknutscht!

Wir treffen uns nämlich gleich, ich bin schon total aufgeregt. Erst ins Theater, dann zum Italiener – ich glaub, diesmal trink ich lieber Weißwein, das gibt nicht solche Flecken auf dem Tischtuch. Na ja, und hinterher … Ob ich ihn wohl auf einen Kaffee zu mir einlade? Aber dann denkt er vielleicht, ich sei leicht zu haben oder so. Ach, du Schreck, nein, das geht gar nicht. Schließlich will ich auf ihn einen ganz tollen Eindruck machen.

Andererseits – irgendwo müssen wir uns ja mal küssen, und in der Öffentlichkeit genier ich mich da immer ein bisschen. Hach, ist das alles aufregend! Bisher bin ich nämlich immer nur an Schnellküsser geraten, das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich die Initiative ergreifen muss. Ist schon ein ulkiges Gefühl.

Na, mal gucken, wie der Abend wird, ich werde euch dann berichten, außerdem muss ich euch ja noch erzählen, wie ich ihn kennengelernt habe, das war nämlich total romantisch. Also, haltet mir die Daumen, dass der Abend ein Erfolg wird!!!

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Das Auto brennt …

Gott sei Dank, meine Haare sehen wieder einigermaßen vernünftig aus. Heute morgen kam Windy, meine Freundin, zu Besuch. Eigentlich heißt sie ja Gudrun, aber seit sie denken kann, nennen sie alle nur Windy, weil sie als Kind so ein Wirbelwind war. Erst mal hat sie ganz komisch geguckt, dann hat sie losgeprustet, und dann sind wir zusammen losgezogen und haben mir eine Haartönung gekauft. Dunkle Kirsche. Sehr schick.

Danach sahen meine Haare gleich viel besser aus. Also nicht nach dem Kaufen, sondern nachdem wir die Pampe eine halbe Stunde auf meinem Kopf rumgeknetet haben. Schließlich hat Windy mir noch gezeigt, wie ich mit dem Fön und einem halben Pfund Schaumfestiger aus den Krissellöckchen auf meinem Kopf eine annehmbare Wellenfrisur zaubern kann. Vielleicht sollte Windy das dem Super-Coiffeur Olaf auch mal zeigen. Der Nachteil an dieser Frisur ist, dass die Haare durch den vielen Festiger so fest wie Zement werden. Wenn mir jetzt einer die Haare kraulen will, bricht er sich die Finger. Aber was soll’s, Hauptsache kein rosa Pudel mehr.

Entsprechend selbstbewusst bin ich dann auch mit ihr zu einem Stadtbummel aufgebrochen. Und was sehen wir auf dem großen Parkplatz gleich vor der Fußgängerzone? Ein brennendes Auto. Hui, wie aufregend! Ich kann ja die Gaffer nicht ausstehen, die um Unfallorte herumschleichen und überall den Rettungskräften im Weg stehen. Aber erstens waren hier noch keine Rettungskräfte, zweitens gab es nichts zu retten, weil der Fahrer fluchend, aber unverletzt um sein Auto herumrannte und drittens haben wir nicht gegafft, sondern nur geguckt.

Und dann geschah es! Ein grandios gut aussehender Mann kam mit seinem Rennrad angefahren und hielt genau neben mir an. Braune Haare, blitzeblaue Augen, schlank, muskulös, mit Grübchen auf der Wange und langen, sehnigen Fingern. Ein Bild von einem Mann. Wow. Und er stand ganz, ganz dicht neben mir und sprach mich an. Mich, Lucy Luciano, sprach dieser göttlich aussehende Mann an! “Was ist denn da los?” fragte er mich mit freundlichem Lächeln, den Kopf leicht zur Seite geneigt. Kennen Sie diese tiefen Stimmen, bei deren Klang sich jeder halbwegs normalen Frau die Nackenhärchen aufstellen vor Begeisterung? Gurrrr …

Davon hatte ich schon immer geträumt: Ein bildschöner Mann spricht mich an und ich haue ihn mit meiner herrlich schlagfertigen, überaus geistvollen Antwort dermaßen um, dass er mir auf der Stelle für immer und ewig verfällt. Ich war hin und weg. Endlich! Die Liebe auf den ersten Blick bahnt sich an! Das ist der Mann meiner Träume, jetzt kann ich zeigen, was ich drauf habe!

Ja, toll. In meinen Träumen vielleicht. Das Einzige, was mir auf die Schnelle einfiel, war ein schmachtendes Grinsen und ein hirnloses Stammeln: “Äh … ja … Guck mal, das Auto brennt.” Hä? Was hab ich da gerade gesagt? Lieber Gott, schick mir einen Teppich, unter dem ich mich verkriechen kann!

Während Windy mich mit offenem Mund anstarrte und ich merkte, wie ich puterrot anlief, verwandelte sich das freundliche Lächeln dieses Gottes in ein schelmisches Grinsen. “So, so, das Auto brennt”, sagte er dann langsam, “das wär mir ja gar nicht aufgefallen!” Sprach’s, stieg wieder auf sein Fahrrad und radelte mit einem lachenden Kopfschütteln davon … Weg war er, mein Traummann. Und Windy haute mir mit einem entsetzten “Sag mal, spinnst du, den so zu vergraulen?” ihre Handtasche an den Kopf.

Es ist aber auch wirklich nicht zu fassen. Ich habe gerade die Chance meines Lebens versemmelt! Oh Mann, mein Leben ist wirklich eine einzige Katastrophe.

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